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Was Du sofort gegen den Klimawandel tun kannst?

Juni 21, 2019

Wenn es darum geht die Welt zu retten, können wir nicht an allen Fronten kämpfen. Zu mindestens noch nicht. Aller Anfang ist schwer, deshalb hab ich in diesem Blogpost mal 6 Ideen und Denkanstöße zusammengefasst. 

Tipp Nummer 1: Verschwende weniger Lebensmittel !

Jedes Jahr landen in Deutschland laut BfZE ca. 11 Millionen TONNEN Lebensmittel im Müll und dabei sind die Verluste in der Landwirtschaft noch gar nicht mit eingerechnet. Das macht im Durchschitt 55 Kilogramm allein in den privaten Haushalten. Dass das ethisch nicht zu vertreten ist, ist das eine, aber diese Lebensmittelverschwendung hat auch enorme ökologische Auswirkungen.

Laut einer in 2016/2017 durchgeführten Studie von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft (BMEL) landen dabei Obst und Gemüse am häufigsten im Müll, dicht gefolgt von Brot und Backwaren. Der Studie zufolge sind es vermehrt die jüngeren Konsumenten die verwertbare Lebensmittel in den Müll werfen. Das Gute: Tendenz sinkend.

Es gibt heute schon die ein oder andere Initiative, die die Käufer für das Thema sensibilisiert haben. Was genau du jetzt gegen Lebensmittelverschwendung tun kannst? Hier meine Tipps für den Start:

1.  Kaufe bewusster ein.

Kaufe nur das ein, was Du wirklich brauchst und verwertest.  Hole Dir einzelnes Obst und Gemüse anstatt des 5 Kilo – Vorratspacks wovon Du für gewöhnlich eh die Hälfte wegschmeißen wirst. Klar kosten dann 4 Äpfel ähnlich viel wie der 3 Kilo-Sack, aber die Äpfel isst Du dann mit Sicherheit auch alle auf.

2. Kaufe Lebensmittel die kurz vor dem Ablaufdatum sind!

Zum einen ist das Lebensmittel, wie der Name schon sagt, MINDESTENS Haltbar bis zu diesem Datum und bringt dich nicht sofort nach Ablauf um und zum anderen rettest Du dieses Lebensmittel mit großer Wahrscheinichkeit vor der Supermarkt-Mülltonne. Meistens sind diese Lebensmittel sogar günstiger. Verlasse dich hierbei auf deinen Instinkt und überprüfe die Lebensmittel auf Genießbarkeit, bevor Du sie in den Müll wirfst. Bei Fisch und Fleisch solltest du aber besonders genau prüfen.

3. Verbrauche die Lebensmittel die in deinem Kühlschrank sind BEVOR sie ungenießbar werden!

Eigentlich hast Du Bock auf Brokkoli, aber der Kohlrabi müsste heute gegessen werden? Nun dann hast du jetzt 2 Möglichkeiten den Kohlrabi vor der Tonne zu retten. Du isst den Brokkoli Morgen oder du machst den Kohlrabi haltbar und kochst zum Beispiel eine Suppe daraus und frierst diese für einen anderen Tag ein.  

Mit ZUGUTFÜRDIETONNE hat das BMEL eine Initiative ins Leben gerufen die Dir dabei helfen kann mit Lebensmitteln, die Du noch im Kühlschrank hast, ein leckeres Gericht zu zaubern.

4. Foodsharing

TOGOODTOGO oder FOODSHARING sind Plattformen, die Händler und Restaurants mit Personen zusammenbringen um somit der Lebensmittelverschwendung vorzubeugen. Dort kann man sich Anmelden und erhält Angebote über Lebensmittel und Gerichte, die eigentlich in der Tonne landen würden für einen guten Preis. Bei Foodsharing, kannst Du sogar deine eigenen Lebensmittel anbieten, wenn Du zum Beispiel in den Urlaub fährst. Du kannst natürlich auch direkt deine Lebensmittel die Du nicht mehr verwertest mit Freunden und Nachbarn teilen.  

Tipp Nummer 2: Kaufe BIO, regional und saisonal!

Ich finde nach wie vor sehr bedenklich, dass gerade die Bio-Ware besonders gekennzeichnet ist. Müsste es nicht eigentlich genau anders herum sein und die konventionelle Ware beschriftet sein mit Texten wie: „Monokultur“, „enthält Glyphosat“, „Kühe vorsorglich mit Antibiotika behandelt“, „Genmanipuliert“ oder „aus echter Massentierhaltung“? Wir haben uns leider so sehr von unserer Natur entfernt, dass man als BIO-Waren Käufer ganz schnell in die Eso- und Ökoecke geschoben wird.     

Dabei geht es bei biologisch-, regionalen Produkten nicht nur um unsere Gesundheit. Auch ökologisch sind Lebensmittel die über hunderte Kilometer angekarrt werden, in Monokulturen und beheizten Gewächshäusern gezüchtet werden ein großer Faux-Pax. Die Böden sind verseucht mit Düngemitteln und der Bedarf steigt von Jahr zu Jahr.

Seit 2010 hat sich der Lebensmitteltransport verdoppelt. Transportmittel Nummer Eins ist leider nach wie vor der LKW.  Das kostet unglaublich viel Benzin. Hinzu kommen noch die unglaublich hohen Emissionen der beheizten Gewächshäuser und Folientunnel. Und die Bauern aus Deiner Umgebung schmeißen Lebensmittel Massenweise weg, da sie sie nicht so günstig anbieten können, wie der Bauer aus Spanien.     

Das Obst und Gemüse kommt meist nur vor gereift bei uns in den Geschäften an, heisst der Nährwert und die Inhaltsstoffe sind ein vielfaches geringer als die des Obstes und Gemüses was regional und Vollreif geerntet wird. Mit regionalen Lebensmitteln unterstützt Du die regionale Wirtschaft. Das kommt deiner Region sehr zu Gute.   

Achte, neben dem BIO-Siegel, auch darauf saisonale Produkte zu kaufen. Die kommen nämlich frisch vom Feld aus der näheren Umgebung, sind Vollgereift und haben nicht so lange Transportwege hinter sich. 

Tipp Nummer 3: Nutze die Öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad!

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Gerade wenn Du in einer großen Stadt mit gutem öffentlichen Nahverkehr wohnst, solltest du Überlegen, ob du wirklich ein Auto brauchst. Vor allem kürzere Strecken bist du mit dem Fahrrad oder den Öffis meist deutlich schneller am Ziel. Das ist Gut für die Umwelt, deinen Geldbeutel und auch deine Gesundheit, denn so kannst du dir vielleicht sogar das Fitnessstudio sparen.

Tipp Nummer 4: Such dir einen Ökostromanbieter!

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Du findest die Abholzung des Hambacher Forsts für den Braunkohleabbau und generell Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen blöd? Dann werde Aktiv. Dazu musst Du Dir keinen Banner basteln und quer durchs Land reisen. Setze ein Zeichen und wechsle zu einem (echten) Ökostromanbieter.   Preislich können die Ökostromanbieter schon gut mit der „konventionellen“ Energiegewinnung mithalten, aber generell solltest du gleichzeitig versuchen, weniger Strom zu verbrauchen.   Aber Achtung: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Durch den sogenannten Zertifikatshandel können sich auch Kohlestromanbieter als Ökostrom ausgeben. So unterstützt man zwar den Zertifikatsausgeber, aber eben auch den Kohlestrom und auch der Ausbau von erneuerbaren Energien wird damit nicht gefördert.    

Beim Stromanbieterwechsel achte darauf, das es sich um einen reinen Ökostromanbieter handelt, wie der Strom produziert wird und ob der Ökostromanbieter den Ausbau erneuerbarer Energien fördert. Hier kann ich mit gutem Gewissen die NATURSTROM AG (seit Jahren Kunde dort), GREENPEACE ENERGY oder POLARSTERN empfehlen. Schaut aber auf jeden Fall auch was es für regionale Anbieter bei Euch gibt. Ökostrom und die regionale Wirtschaft fördern wäre diesbezüglich auf jeden Fall der Klimaschutz-Lottogewinn.

Tipp Nummer 5: Esse weniger Fleisch- und Tierprodukte!

Du isst gerne Fleisch? Kein Problem, Du kannst die Welt trotzdem retten. Wenn sich alle Menschen sofort Vegan ernähren würden, würde das nur ein Drittel der Treibhausgase reduzieren. Außerdem gibt es Flächen, die nicht als Ackerflächen genutzt werden können und somit der Tierhaltung vorbehalten bleiben.  Vegan alleine ist also auch nicht die Lösung.   Du kannst aber darauf achten WAS und vor allem WIEVIEL du von Fleisch- , Tier- und Milchprodukten konsumierst. Kaufe also am besten BIO- Fleisch, BIO-Milch und BIO-Eier aus artgerechter Haltung, in der die männlichen Küken nicht geschreddert werden. Das ist natürlich erstmal teurer, aber Du wolltest doch eh an einigen Tagen auf Fleisch & Co. verzichten, oder nicht?

  • Versuche deinen Fleischkonsum nach und nach zu reduzieren, Fang mit jedem 2. Tag an
  • Kaufe immer Bio-Produkte und achte auf eine gute Tierhaltung
  • Probiere alternative Produkte aus zb. Pflanzendrinks, vegetarische Brotaufstrichalternaiven

Tipp Nummer 6: Überdenke deinen Konsum

Das Kaufen uns nicht glücklicher macht, dürften die meisten von uns schon Herausgefunden haben. Diese Schleife zu verlassen kostet einiges an Umgewöhnung und Übung, ich spreche da aus Erfahrung. Überlege Dir also jede Neuanschaffung gut. Funktioniert Dein altes Smartphone noch? Dann benutz es bis es auseinander fällt. Du brauchst eine neue Hose? Wie wäre es denn mit einer aus dem Secondhand Shop oder eine die Fair und nachhaltig produziert wurde?    

  • Kaufe nur das was du wirklich brauchst
  • kaufe nachhaltig, Bio und vor allem Fair
  • versuche Plastik zu vermeiden
  • Nutze die Dinge die bereits hast bis sie nicht mehr funktionieren

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